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Um im Intranet einen Livestream einzurichten, muss man besondere Anforderungen bei der Infrastruktur beachten. Vor allem, wenn viele Personen gleichzeitig einen Livestream anschauen, kommt es wegen der überlasteten Bandbreite im Intranet zu Problemen. Welche Lösungsansätze es gibt, erklärt dieser Beitrag.

 

Ob digitale Betriebsversammlung, interner Webcast, spezielle Schulungen, allgemeines Firmen-Meeting, einfache Informationsvermittlung oder Produktpräsentation: Die Anwendungsfälle und Inhalte für Videostreaming im Intranet eines Unternehmens sind vielfältig. Die interne Unternehmenskommunikation zu fördern, ist in Zeiten von Homeoffice und mobilem Arbeiten wichtiger denn je geworden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in der Regel bereits mit Videokonferenztools wie Microsoft Teams, Zoom, WebEx oder anderen Softwareservices vertraut. Daher ist auch der Einsatz von Livestreaming in der internen Kommunikation naheliegend.

Viele Unternehmen, Institutionen oder Start-ups verfügen zudem schon über eine gute technische Infrastruktur. Doch das ist nicht überall der Fall. Manche Firmen befinden sich im Aufbau, in der Weiterentwicklung oder in einer Umstrukturierungsphase. Manchmal fehlt es dann an einem Intranet, wie etwa einem Social Intranet von Haiilo. Manchmal ist ein Zugriff auf das Intranet außerhalb der Firma nicht möglich. Allgemeines Ziel sollte sein, dass jeder Arbeitsplatz die Möglichkeit anbietet, an einem Intranet Livestreaming ohne technische Einschränkungen teilzunehmen.

Das Problem beim Livestream im Intranet

Intranet Livestream

Je mehr Leute teilnehmen, desto höher ist die Bandbreitenauslastung durch die externen Inhalte. Foto: Sigmund /Unsplash

Fürs Livestreaming benötigt man eine gewisse Bandbreite. Welche Upload-Datenrate bei welcher Auflösung und Videoqualität empfehlenswert ist, haben wir in einem Beitrag erklärt.

Manche Firmennetzwerke erfüllen diese Anforderungen vor allem dann nicht, wenn gleichzeitig sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Intranet zugreifen wollen. Mit jeder Person steigt nämlich die Datenübertragungsrate seriell. Die Folge ist, dass ein Livestream, der übers Firmennetzwerk läuft, entweder nur noch ruckelig abläuft oder sogar stoppt. Je weniger Leute den Zugang nutzen, desto besser läuft ein Videostream dann wiederum. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, wenn ein digitales Angebot für alle zum selben Zeitpunkt zugänglich sein soll. Eine technische Lösung, die langfristig zuverlässig funktioniert, muss her.

Lösungsansätze beim Livestreaming im Intranet

Caching Server oder Software

Mit Caching- oder sogenannten Proxy-Servern werden Internetinhalte temporär zwischengespeichert. Die Bandbreiten-Nutzung wird dann reduziert, obwohl die Datenströme gleichzeitig an alle einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesendet werden. Die Server dafür müssen allerdings von IT-Spezialisten installiert werden und benötigen regelmäßige Wartungen. Stehen ausreichend Server – je nach gewünschter Bandbreite – für die Zwischenspeicherung zur Verfügung, funktioniert eine Übertragung zwischen Sender und Empfänger in der Regel einwandfrei.

Sollten keine Möglichkeiten für das Installieren von eigenen Servern bestehen, gibt es zwei andere Möglichkeiten, dies zu umgehen. Wer regelmäßig im Intranet oder im Netz livestreamen möchte, kann dann zum Beispiel eine Software wie Contentflow nutzen. Unsere Server befinden sich in der EU und erfüllen somit auch die Anforderungen der DSGVO. Eine andere Lösung: Mit einer Software, die ohne das Zwischenspeichern auf Servern auskommt, wird die sogenannte Peer-to-Peer-Technologie angewendet. Dazu mehr unter dem Punkt „Peer-to-Peer“ weiter unten im Beitrag.

Zugriff über VPN-Verbindungen

Wenn viele Nutzerinnen und Nutzer über eine VPN-Verbindung auf das Intranet und die dort hinterlegten Inhalte zugreifen, hat dies zur Folge, dass dadurch das doppelte Datenvolumen benötigt wird. Ein Beispiel: 1.000 Personen schauen einen Stream im Intranet. Über die VPN-Verbindung greifen sie von zu Hause auf das Firmennetzwerk zu und schicken den Stream daraus wieder ins Internet zu sich nach Hause. Das bedeutet die doppelte Belastung pro Nutzer. Diesen Effekt kann man vermeiden, wenn es die Möglichkeit gibt, den Inhalt ohne VPN außerhalb des Intranets ansehen zu können. Dafür müsste dann ein separater Link bereitgestellt werden. Der hohe Traffic des Firmennetzes würde sonst die VPN-Verbindung möglicherweise überlasten. Für Unternehmen gilt es hier, zu überlegen, ob es eigentlich Sinn ergibt, Livestreams nur intern verfügbar zu machen. In Zeiten von Homeoffice und mobilem Arbeiten könnte es praktikabler sein, die Services extern und über das Internet bereitzustellen. Aus Datenschutzgründen sollten diese dann beispielsweise mit entsprechendem Login-Passwort oder Single-Sign-On gesichert sein.

Peer-to-Peer-Technologie

Beim P2P-Modell wird unter den Rechnern gleichwertig kommuniziert. Das nennt man auch „Querkommunikation“. Diese Lösung ist softwarebasiert. Damit wird ein Stream mit den Datenpaketen intern gestreut beziehungsweise aufgeteilt, was dazu führt, dass insgesamt weniger Bandbreite genutzt werden muss. Es gibt hier aber nicht nur einen Sender, sondern mehrere kleine, wie der Name bereits sagt. StriveCast (Strive Media GmbH) bietet die Peer-to-Peer-Technologie an und wirbt damit, dass bei Nutzung 80 bis 95 Prozent weniger Netzwerkbelastung besteht, wenn die Datenströme ständig hin- und hergeschickt werden. Diese Lösung eignet sich dann, wenn es sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer gibt, die dann allerdings nicht über eine VPN-Verbindung zugreifen sollten, sondern lokal. Tauschbörsen nutzen dieses System beispielsweise.

Fazit zum Intranet Livestream

Welcher Lösungsansatz für welches Unternehmen der Richtige ist, hängt also vom Vorhaben und der bereits bestehenden technischen Infrastruktur ab. Möglicherweise ist das Implementieren oder Aufstocken von Caching-Servern für große Unternehmen weniger ein Problem als für kleine. Möchte man lieber mit externen Software-Anbietern zusammenarbeiten, wird einem der technische Support abgenommen und es wird bei Problemen schnell geholfen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn viele Zuschauerinnen und Zuschauer teilnehmen.

 

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