Zum ersten mal hat eine Landesmedienanstalt ein regionales Streaming Angebot bei Facebook als Rundfunk lizensiert. Es handelt sich dabei um das Angebot „#imländle“, welches durch den Vorstand der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Stuttgart eine Rundfunkzulassung erhält. 

Petra Nann. Foto: #imlaendle

Ab März soll eine 30-minütige monatliche Sendung in dem sozialen Netzwerk ausgestrahlt werden. Inhalt sollen Konzerte, Bands und Musikthemen aus dem Zollernalbkreis sein. Den Antrag gestellt hat Petra Nann. Seit Januar 2016 betreibt die Balingerin ihr „Blogazine“, eine Mischung aus Blog und Magazin, dort schreibt sie über alles, was die Region bewegt, von Lifestyle, Mode, Kultur und Kulinarik über Sport und Ausflugsziele bis hin zu Gemeinnützigem. Nach einem ersten Test hat sie gemerkt, dass es an einem Facebook-Live-Format großes Interesse gibt. „Ende 2017 war ich auf einer Bloggerkonferenz in Berlin. Einer der Speaker war Tobias Schmid, er ist als Direktor der Landesanstalt für Medien NRW“. In seinem Vortrag ging er auch auf das Thema Lizenzpflicht für Livestreams ein. „Nach meiner Rückkehr rief ich bei der Landesmedienanstalt in Stuttgart an und informierte mich über unsere Pflichten und Möglichkeiten.“

Wann Livestreams Rundfunk sind

Laut Rundfunkstaatsvertrag und Landesmediengesetz sind auch Livestreams im Internet Rundfunk, wenn sie linear verbreitet werden, sich an die Allgemeinheit richten, journalistisch- redaktionell gestaltet sind und anhand eines Sendeplans in gewisser Regelmäßigkeit veranstaltet werden.

In dem Liveformat soll es um Musik gehen. „Wir gehen einmal im Monat mit einer regionalen Band oder einem Musiker oder einer Musikerin für maximal 30 Minuten auf der #imländle-Facebookseite online. Eine Moderatorin begleitet die Sendung. Die Musiker spielen live und die Zuschauer können währenddessen per Chat mit ihnen kommunizieren“, so Nann. Der Antrag bei der LFK musste schriftlich gestellt werden und Angaben zur Sendung und zum Antragsteller machen. Darüber entschied dann der Vorstand der LFK. Für den Antrag werden Gebühren fällig, diese liegen für eine Lizenz in einem Bereich von 1.000 bis 10.000 Euro. „Aufgrund des starken Baden-Württemberg-Bezugs liegt unser Format im unteren Bereich des Gebührenrahmens.“ Für sie ist die Lizenz der korrekte Weg: „Auch wir Blogger haben in der Öffentlichkeit eine Verantwortung, der wir gerecht werden sollten. Wie können wir davon sprechen, dass wir authentisch und ehrlich sind, wenn wir unseren Pflichten nicht nachkommen?“, so Petra Nannen.

Dazu der Kommentar: Regulierung ja, Lizenzen nein

Gregor Landwehr

Gregor Landwehr

Co-Founder & COO von Contentflow

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