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Wer eine Livestreaming-Veranstaltung plant, benötigt in erster Linie die richtige Technik. Doch auch der Hintergrund – egal ob draußen oder drinnen – sollte ansprechend aussehen. Dieser Artikel gibt Tipps, wie man eine Livestreaming-Kulisse optimal gestaltet.

Die Gestaltung des Hintergrunds bei einer digitalen Veranstaltung sollte in der Planung immer mitgedacht werden. Denn was nützt ein technisch perfekter Livestream, wenn der Hintergrund vom eigentlichen Geschehen ablenkt oder sogar als störend empfunden wird? Für diesen Bereich gibt es natürlich ausgebildete Kulissenbauer, Bühnenmaler oder die Requisite. Letztere arbeiten aber in der Regel für Fernsehproduktionen und seltener bei digitalen Veranstaltungen. Das Gute ist: Mit einigen Tipps aus diesem Beitrag kannst Du auch selbst eine gute Livestreaming-Kulisse erstellen.

Im Folgenden soll es einerseits um ganz analoge Kulissen gehen, die sich hinter dem eigentlichen Geschehen befinden. Andererseits gehen wir auf die digitalen Hintergründe ein. Die Empfehlungen kannst Du sowohl auf klein ausgelegte Livestreams als auch für größere digitale Events anwenden wie beispielsweise digitale Tagungen, Betriebsversammlungen, Sportevents oder Konzerte.

Warum brauchen wir eine gute Livestreaming-Kulisse?

Als erstes müssen wir uns vor Augen halten, was wir mit unserem geplanten Livestream eigentlich erreichen möchten. In den meisten Fällen geht es darum, dass eine oder mehrere Personen miteinander oder mit dem Publikum über ein bestimmtes Thema kommunizieren wollen. Oftmals gibt es eine Person, die referiert oder in einem Gespräch ist. Bei Webinaren ist das klar definierte Ziel, dass den Zuschauerinnen und Zuschauern etwas vermittelt werden soll. In all diesen verschiedenen Szenarien ist es also unbedingt nötig, dass zwischen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gewisse Nähe entsteht. Auch wenn wir nicht im selben Raum sitzen, kann Nähe geschaffen werden. Das funktioniert unter anderem über eine angenehme Livestreaming-Kulisse.

Livestreaming Studio Kulisse

Livestreaming-Studio, hier beim Reeperbahn Festival. Foto: Screenshot Reeperbahn Festival

Außerdem kann ein kreativ gestalteter Hintergrund auch bei den Referenten und Gesprächspartnerinnen ein gutes Gefühl hervorrufen. Sobald sie sich wohlfühlen, vermitteln sie auch nach außen in die digitale Welt ein entspanntes Auftreten und eine gute Atmosphäre. Stell Dir vor, Du folgst einem Livestream, der vor einer grauen Wand stattfindet, die auch noch wenig ausgeleuchtet ist. Das spricht weder das Publikum auf der emotionalen Ebene an, noch zeigt es Wertschätzung gegenüber den Referenten. Oder stell Dir vor, Du folgst einem Livestream, bei dem die Kulisse viel aufregender ist als das eigentlich wichtige Gespräch. Zuallererst solltest Du Dir also darüber im Klaren sein, für welche Inhalte Du einen Livestream planst und was Du damit erreichen willst. Das Ziel ist es, allen Beteiligten ein gutes Gefühl zu vermitteln und einen Livestream zu bieten, der professionell ist.

1. Die Kulisse ist abhängig von der Location

Livestream-Kulisse

Livestream aus einem Museum

Von der Ecke im Büro über einen Konferenzraum oder Studio bis hin zu einer großen Halle: Digitale Events lassen sich fast überall produzieren. Welches die richtige Location ist, hängt ganz davon ab, was Du planst. Jede Kulisse sollte auf die individuellen Anforderungen eines Livestreaming-Events ausgerichtet sein. In einer Büroecke gibt es ganz andere Dinge zu beachten als in einer Halle. In virtuellen Produktionsstudios sind die Hintergründe digital produziert. Infos zum Finden der richtigen Location gibt es hier.

2. Greenscreen und virtuelle Hintergründe

Wer im Homeoffice oder im Büro einen Livestream ohne „echte“ Kulisse durchführen möchte, kann einen Greenscreen einsetzen. Mit einer entsprechenden Software wie OBS ist es beispielsweise möglich, solche virtuellen Hintergründe selber zu gestalten und zu steuern. Der Vorteil dabei ist, dass diese Hintergründe sehr flexibel sind. So kannst Du hier statische Hintergründe einsetzen, die eher neutral sind, Du kannst aber auch Animationen oder Videos einbinden.

Livestreaming-Kulisse Greenscreen

Greenscreen. Foto: Ryan Garry/Unsplash

Es gibt verschiedene Greenscreen-Wände im Internet. Du kannst aber auch selbst einen bauen, indem Du grünen Baumwoll- oder Polyesterstoff kaufst und diesen wie eine grüne Wand aufbaust. Du kannst dann für Deinen Stream einen anderen Hintergrund aussuchen und diesen so virtuell als Hintergrund anzeigen. Im Livestreaming werden manchmal fertige Animationen, Fotos oder Livematerial für den Hintergrund genutzt, die entweder kostenlos oder für einen Aufpreis von Stock-Anbietern in ihren Bild- und Videodatenbanken online angeboten werden.

3. Beleuchtung der Kulisse

Livestream-Studio

Beleuchtung in einem Livestream-Studio. Foto: Krists Luhaers/ Unsplash

Wie bereits angedeutet sollte jede Livestreaming-Kulisse richtig ausgeleuchtet sein. In einem Studio arbeiten dafür Beleuchter und Kamera eng zusammen. Manchmal ist es eine Person, die beides übernehmen kann. Überlege Dir, wo der Livestream stattfinden soll: innen oder außen. Davon ist dann auch abhängig, ob Du mit Kunst- oder Tageslichtleuchten planen solltest. Ziehe, je nach Größe, am besten einen Experten zurate und spare nicht an dieser Stelle – vor allem dann, wenn Du ein großes Event planst. Möchtest Du einen kleineren Livestream in Szene setzen, kannst Du gut auf LED-Leuchten zurückgreifen. Diese sind nicht sehr teuer, lassen sich dimmen und in der Lichtfarbe anpassen. Viele YouTuber nutzen diese und verwenden ein sogenanntes „3-point lighting“-Setting. Hier gibt es Infos zu LEDs und wie man ein kleines Set am besten beleuchten kann. Falls Du keine LEDs verwenden möchtest, kannst Du auch Leuchtstofflampen verwenden, diese werfen ein weiches Licht. Bedenke, dass das Gesicht bei kleineren Streams meist der Mittelpunkt des Geschehens sein wird und leuchte es dementsprechend gut aus.

4. Bildausschnitt beim Livestreaming

Wer bereits Erfahrungen mit Kamera und Videoschnitt hat, dem ist klar, wie wichtig der richtige Bildausschnitt ist. Dabei ist es ganz egal, ob Dein Produkt eine Tagung oder ein Online-Vortrag ist. Der Bildausschnitt muss das zeigen, worum es geht, beziehungsweise die Personen in Szene setzen, die agieren. Schaue Dir in diesem Beitrag an, welche Grundeinstellungen es gibt. Dass dabei der Hintergrund eine wichtige Rolle einnimmt, wurde hier Beitrag schon angesprochen. Bei Livestreams, die eine Live-Sportübertragung zeigen, ist das mit der Kulisse sicherlich weniger relevant. Bei allen anderen Formaten überlege Dir, wie viele Personen inszeniert werden sollen und wo sie sich im Raum befinden. Wähle dementsprechend passende Bildausschnitte und kreative Kulissen, die zum Format passen und den Inhalt unterstützen. Hier gibt es mehr Infos zu digitalen Formaten.

5. Accessoires im Livestream

Was es unbedingt zu vermeiden ist, sind Kabel, Mikrofone oder andere technische Mittel im Bild. Das wirkt unprofessionell und lenkt vom Live-Geschehen ab. Sollte der Livestream allerdings mit einem mobilen Kamerateam ausgeführt werden, das sich ständig in Bewegung befindet, kann das an der ein oder anderen Stelle schon mal passieren. Achte aber trotzdem darauf, dass unnötige Technik nicht im Bild auftaucht. Und auch andere Gegenstände, die nichts mit dem Inhalt zu tun haben, sollten nicht zu sehen sein. Es gibt jedoch Objekte, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen können. Das wären beispielsweise Pflanzen, eine Wasserkaraffe oder eine Kaffeekanne. Je länger der Livestreamin, desto eher musst Du solche Accessoires mit einplanen. Vielleicht bringen die Referenten ja auch selber Objekte mit, die im Bild zu sehen sein sollen, weil sie Gegenstand des Inhalts sind. Nur zu viel Deko sollte es nicht sein, dann wirkt das Bild schnell unaufgeräumt und unruhig.

6. Kleidung im Bild

Kleidung beim Livestream

Kleinteilige Muster auf der Kleidung sollten vermieden werden. Foto: Nimble Made/Unsplash

Schon mal eine Interview-Übertragung oder eine moderierte Unterhaltung gesehen, bei der eine Person ein gestreiftes T-Shirt getragen hat? Das Zuschauen ist anstrengend für unser Auge, weil es flimmert. Das gilt für alle digitalen Formate. Grund dafür ist der sogenannte Moiré-Effekt. Damit das Flimmern gar nicht erst entsteht, sollten alle, die beim Livestream im Bild zu sehen sind, weitestgehend auf kleinteilige Muster in der Kleidung verzichten. Das heißt, es sollten keine Nadelstreifen, Karo- oder Streifenmuster getragen werden. Außerdem solltest Du darauf achten, dass der Hintergrund eine andere Farbe hat als die Kleidung der im Vordergrund stehenden Personen. Bei Greenscreens darf es auch keine verwandte grüne Farbnuance sein. Wählst Du beispielsweise in einem Konferenzraum das Setting mit einer weißen Wand, Tischen und einigen Pflanzen, sollten die Personen keine weißen Hemden tragen. Ist der Hintergrund eher dunkel oder sind viele andere Personen zu sehen, sind weiße Shirts oder Hemden kein Problem.

7. Zeiteinplanung bedenken

Die Einrichtung der Livestreaming-Kulisse kann je nach Veranstaltungsart und Location einen gewissen Zeitraum in Anspruch nehmen. Dieser variiert dementsprechend. Für den Aufbau eines professionellen Settings – inklusive der gesamten Produktionstechnik am Beispiel eines Vortrags, der innen stattfindet – benötigt man durchschnittlich circa vier bis fünf Stunden. Allerdings hängt der Aufbau auch immer von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem die vorhandene Technik. Wenn vor Ort nichts vorhanden ist, benötigt man auch schnell mal acht bis zehn Stunden. Für ein kleines Setting kannst Du mit circa zwei Stunden rechnen. Das Zeitmanagement wird im Allgemeinen manchmal unterschätzt, daher sollte darauf von Anfang an geachtet werden, um Stress und Verzögerungen vor dem Livestream zu vermeiden. .

Die Kulisse ist ein tragender Teil jedes geplanten Livestreams und sollte gut durchdacht sein. So gewinnst Du nicht nur Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern sorgst auch dafür, dass sie dem Livestream aufmerksam folgen und dass der Livestream professionell wirkt.

Miriam

ist Content Creator bei Contentflow.